Was ist ein Observatorium und wozu braucht man es?

Sternwarte

Der Name Observatorium stammt von dem lateinischen Begriff „observare“ und bedeutet so viel wie „beobachten“. Auch das Wort observieren hat diesen Wortstamm. Kurz und knapp kann man also sagen: Aus einem Observatorium heraus observiert man den Himmel. In einem meteorologischen Observatorium wird das Wetter beobachtet und mit immer moderneren Messgeräten die Wolken und die Bestandteile der Atmosphärenschichten ausgemessen. Astronomische Observatorien dienen der Beobachtung des Sternenhimmels und der Erforschung des Weltalls. Diese Sternwarten möchten wir nun näher betrachten.

Sternwarte

In der Antike waren Observatorien meist größere Anlagen, die neben dem eigentlichen meist turmartigen Beobachtungsgebäude Hilfsmittel zur Berechnung des Sonnenstandes oder der Tages- und Jahreslänge umfassten. Auch die Konstellationen der Himmelsgestirne wurden häufig bildlich dargestellt. Besonders von älteren Hochkulturen sind riesige Steinkonstruktionen bekannt, die zum Beispiel zur Ausmessung von Schatten für die Berechnung der scheinbaren Sonnenbahn im Jahresverlauf verwendet wurden. Auf dieser Grundlage wurden die ersten Kalendersysteme entwickelt, anfangs der an den Mondphasen orientierte Mondkalender, später der astronomische Kalender, der den Lauf der Himmelskörper widerspiegelt und schließlich konstruierten die Babylonier den 7-tägigen Wochenzyklus, der auch heute noch unseren Alltag regelt.

Sternwarte

Im Spätmittelalter zogen dann erste Instrumente wie Sonnenuhren oder Geräte zur Winkelvermessung (z.B. Dreistab oder Sternhöhenmesser) in die Observatorien ein. Nach Erfindung des Galilei-Fernrohrs im Jahre 1608 nahmen die Sternwarten allmählich Formen an, wie wir sie heute noch kennen. Charakteristisch ist eine stabile Befestigung für die immer größer werdenden Teleskope sowie die drehbare Kuppel, welche die hochpräzisen Beobachtungsinstrumente vor Wettereinflüssen schützt.