Würden Sie die Möglichkeit ergreifen und zum Mars reisen, wenn Sie keine Möglichkeit mehr hätten zurück zu kehren?
Das Niederländische Unternehmen Mars One will den Mars ab 2023 besiedeln und sucht schon jetzt Astronauten für das Programm. Einziger Haken der Mission: Eine Rückkehr zur Erde ist aus Kostengründen nicht mehr möglich – die Freiwilligen sollen den Rest Ihres Lebens auf dem Mars verbringen.

Bigbrother auf dem Mars

Es klingt noch utopisch, das niederländische Unternehmen unter der Leitung von Bas Lansdorp meint es jedoch ernst.
Finanziert werden soll das nach Schätzung vom Mars One 6 Milliarden US-Dollar teure Projekt durch eine gigantische Medienkampagne im Stil von Big Brother, bei der die Umsetzung des gesamten Projekts, sowie das spätere Leben der ersten Siedler des Planeten mit Kameras verfolgt werden soll und die Übertragungsrechte weltweit verkauft werden sollen.

Missionspläne bereits vorhanden

Ein detaillierter Ablaufplan für die Mars-Mission wurde bereits von Mars One entworfen.
Demnach sollen bereits im nächsten Jahr 40 Astronauten ausgewählt werden, die in einer nachgebauten Marssiedlung auf der Erde auf ihr späteres Leben auf dem Mars vorbereitet werden.
Im Jahr 2016 soll zunächst eine unbemannte Rakete zum Mars aufbrechen. Sie transportiert 2,5 t Lebensmittel, sowie eine sogenannte Dragon-Kapsel der Firma SpaceX, einen Raumschiff-ähnlichen Container, zum Mars, der später von den Astronauten bewohnt werden kann.

Dragon Kapsel landet auf dem Mars |  © Mars One

Dragon Kapsel landet auf dem Mars | © Mars One

2018 soll ein unbemannter Mars-Rover dafür eingesetzt werden um einen geeigneten Standort für die Mars-Siedlung auszuwählen.

2018: Der Mars Rover sucht einen Siedlungsplatz | © Mars One

2018: Der Mars Rover sucht einen Siedlungsplatz | © Mars One

Ist ein geeigneter Standort gefunden, werden weitere fünf Dragon-Module zum Mars gebracht und in Betrieb genommen um die Siedlung für die Ankunft der Astronauten vorzubereiten.

Die Siedlung wird vorbereitet | © Mars One

Die Siedlung wird vorbereitet | © Mars One

2022 brechen die ersten vier Marskolonisten von der Erde auf und erreichen im Jahre 2023 den roten Planeten. Sie landen in einer modifizierten Dragonkapsel und beziehen die bereitgestellte Siedlung.

2023: Die ersten Siedler treffen auf dem Mars ein | © Mars One

2023: Die ersten Siedler treffen auf dem Mars ein | © Mars One

Im 2-Jahres Takt werden danach jeweils vier Astronauten zum Mars geschickt, bis die Siedlung im Jahre 2033 mit 20 Bewohnern zunächst komplett ist.

2025: Weitere Siedler beziehen den Mars | © Mars One

2025: Weitere Siedler beziehen den Mars | © Mars One

Kritik an der Mars-One Mission

Trotz aller Begeisterung weckt die Mars Mission jedoch auch ethische Bedenken, die sich vor allem mit der Frage beschäftigen, ob man Freiwillige auf eine Reise ohne Wiederkehr schicken darf.
Ehemalige Astronauten äußerten sich bereits kritisch zur geplanten Mars One Mission.
Ulrich Walther, Ex-Astronaut und Deutscher Wissenschaftler sieht laut “Welt” das Risiko für ein Scheitern der Mission erheblich größer als beispielsweise das der Shuttle-Flüge: “Man muss sich nur einmal vorstellen, dass Menschen dort oben vor laufender Kamera sterben, und wir schauen ganz gemütlich zu.”
Auch Ex-Astronaut Thomas Reiter äußerte sich im Focus kritisch gegenüber dem One-Way Ticket zum Mars.
Es würden sich zwar genug Freiwillige finden, die ohne Rückflugmöglichkeit zum Mars fliegen würden – die Astronauten sollten Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen jedoch mit den Menschen auf der Erde teilen können.
„Aus ethischen Gründen steht es deshalb für mich außer Frage, alles dafür zu tun, dass sie heimkehren können.“
Es gibt jedoch auch positive Stimmen zur Mission von Mars-One:
Der katholische Theologie Professor und promovierte Mathematiker Dieter Hattrup hätte bei realistischen Überlebenschancen der Teilnehmer keine Bedenken “Andernfalls hätte auch Kolumbus nie über den Atlantik segeln und die amerikanischen Siedler nie nach Westen ziehen dürfen”, sagt er.

Über den weiteren Verlauf der Mission zum Mars sind wir auf jeden Fall gespannt und werden Sie auf dem Laufenden halten!