Bereits im September vergangenen Jahres haben wir zum ersten Mal über das niederländische Unternehmen “Mars One” berichtet, das ab dem Jahre 2023 Menschen zum Mars schicken will:
Schon bald soll die Besiedlung des Weltalls durch den Menschen nicht mehr nur bloße Science Fiction sein. Wie das Unternehmen Mars One nun am 22. April offiziell bekannt gab, läuft ab sofort die Bewerbungsfrist für die erste Gruppe zukünftiger Mars-Astronauten.

Mars One ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation unter der Leitung des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp, deren Ziel es ist, ab dem Jahr 2023 eine permanente Kolonie auf dem Mars zu errichten. Zunächst soll von 2016 an mit Hilfe von unbemannten Missionen das Terrain erkundet und Baumaterial für die erste Siedlungseinheit auf den Mars gebracht werden. In zehn Jahren sollen dann die ersten vier Siedler den roten Planeten erreichen, denen bis 2033 im Zweijahrestakt jeweils weitere Vierergruppen folgen sollen. Finanziert werden soll das Projekt unter anderem durch die Komplettvermarktung des Lebens der zukünftigen Marsastronauten im Big-Brother-Stil. Doch nicht nur die Dauerbeobachtung wird für die Marspioniere eine Belastung darstellen. Noch sehr viel schwerer wiegen dürfte die Tatsache, dass es sich bei dem Flug zum Mars um eine Reise ohne Wiederkehr handelt.

bewohnbare Mars Kapsel, Foto: Bryan Versteeg / Mars One

bewohnbare Mars Kapsel, Bild: Bryan Versteeg / Mars One

Wen das alles nicht schreckt, kann sich noch bis 31. August online um einen Platz in der Marsrakete bewerben. Besondere Fachkenntnisse sind nicht notwendig, da diese den ausgewählten Marsastronauten im Verlaufe ihres Trainings vermittelt werden sollen. Stattdessen werden von den Bewerbern Anpassungsfähigkeit, Teamfähigkeit, psychologische Widerstandsfähigkeit, Intelligenz, Neugier und Kreativität verlangt. Wer möchte, kann seine Fähigkeiten bereits in einem kurzen Video zeigen, das auf der Website des Projekts Mars One veröffentlicht wird. Besucher der Seite können einzelne Bewerber unterstützen, indem sie über das jeweilige Video abstimmen. Die engültige Entscheidung liegt aber bei einem Gremium von Experten. Nach der derzeit laufenden Erstbewerbungsphase werden noch drei weitere Auswahlrunden folgen. Dazwischen liegen intensive Trainings- und Unterrichtseinheiten, bis schließlich 24 bis 40 voll ausgebildete und trainierte Astronauten übrig sind.

Wohnen auf dem Mars, Bild: Bryan Versteeg / Mars One

Wohnen auf dem Mars, Bild: Bryan Versteeg / Mars One

Da bereits im vergangenen Jahr, lange vor Beginn der eigentlichen Bewerbungsphase, bereits etwa 10000 Menschen aus mehr als 100 Ländern das Projekt Mars One angeschrieben und ihr Interesse an einer Reise zum Mars bekundet hatten, rechnen die Verantwortlichen mit einer vorher noch nie dagewesenen Zahl von Bewerbungen. Um Spaß-Bewerbungen zu verhindern, wird allerdings von allen potenziellen Marsastronauten eine Anmeldegebühr verlangt. Deren Höhe ist abhängig von dem Herkunftsland des jeweiligen Bewerbers, um auch mutigen jungen Menschen aus ärmeren Ländern den Flug zum Mars zu ermöglichen.